Es findet sie wieder, in dieser stürmischen Kälte von St. Louis, ihr offizieller Social-Media-Manager, Außenkorrespondent und interner Stand-Up Comedian der St. Louis Blues, Jake Elwood.
Bei Temperaturen knapp unter 20 Grad lässt der Sommer noch einiges zu wünschen Übrig. Doch was vielleicht für jemanden wie ich, der Oberkörperfrei und in Badehose, sich gerade Sonnen lassen wollte ungünstige meteorologische Verhältnisse darstellt, ist gleichzeitig auch ein Wetter das dazu einläd es sich gemütlich noch kälter zu machen und die Eishalle zu besuchen.
Dies führt uns dann auch schon ins eigentliche Thema, dass ich so kompliziert einleiten musste um meine Badehose als Geschäftsausgabe von Steuern befreien zu können: Die nächste Eishockey Saison.
Sicherlich wundern sich einige was über den Sommer hinweg sich bei den Blues so alles getan hat. Was hat sich im Hintergrund abgespielt? Welche Gedankengänge führten zu welchen Entscheidungen? Hat sich überhaupt jemand Gedanken gemacht? Was erhofft man sich in der Saisonvorbereitung? Und was ist die Lieblingsfarbe von Jordan Binnington?
Das und vieles weniger in den Folgenden Absätzen.
Jake Elwood: Vielen Dank, Mr. Bluesbrother, dass sie diesem Interview so zuvorkommend und freiwillig zugestimmt haben. Brauchen sie noch etwas Wasser?
Chris Bluesbrother: Nein, danke. Ähm... sind die Handschellen nicht etwas viel?
Elwood: Jetzt werden sie nicht unvernünftig mir mir, Mr. Bluesbrother.
Bluesbrother: Also-
Elwood: Zu aller erst möchte ich die Kaderplanung ansprechen. Was war ihre herangehensweise dahingehen was für Spielertypen sie unter Vertrag nehmen wollten?
Bluesbrother: Wir wussten, dass wir die Defensive auf die Zukunft vorbereiten wollten. Die Jungs sind zwar gut aber halt auch alle Ü30 und somit wollten wir 1-2 jüngere
Verteidiger finden die dann in 1-2 saisons übernehmen konnten. Gleichzeitig mussten wir auch offensiv etwas umstellen und nachlegen - besonders als uns dann Buchnevich
verlassen hat - das war eigentlich die größere Baustelle.
Elwood: Buchnevich war ihnen wichtig, nicht war?
Bluesbrother: Ja. Sehr sogar. Ich mochte den Kerl wirklich und er hat gute Leistung fürs Team gebracht, aber für die Zukunft des Teams, des Franchises, war es besser sich von
ihm zu trennen. Ich hoffe nur dass mein Plan auch aufgeht.
Elwood: Zumindest defensiv haben sich die Probleme ja schnell gelöst, oder?
Bluesbrother: Ja, durchaus. Es stand dann plötzlich Carrier im Raum mit einem Mega Vertrag, den ich mir so nicht entgehen lassen konnte. Und nach wenigen Tagen an
Verhandlung hatten wir ihn dann auch schon.
Elwood: Das ist der Carrier auf den sie dann prompt vergessen haben, nicht war?
Bluesbrother: Der Carrier auf den ich dann prompt vergessen hab, ja.
Elwood: Sehen sie sich in anbetracht dieser Vergesslichkeit noch in der Lage dazu als General Manager ein Franchise zu leiten?
Diese Frage traf eindeutig einen Nerf. Um für das Verhör wieder ein gutes Verhältnis aufzubauen half ich ihm zu etwas Wasser.
Mit dem Draft-Spektakel schlecht hin hat sich General Manager Chris Bluesbrother sicher keine Freunde in der Liga gemacht. Von denen hatte er dank seiner letzten Saison, angeberischen Persönlichkeit und den PR-debakel des letztjährigen Stanley Cups ohnehin schon nur mehr wenige übrig. Ob er sich leisten kann noch weitere zu verlieren?
Elwood: Erinnern sie sich noch an Carrier?
Bluesbrother: Wie bitte?
Elwood: Sagen sie nicht sie haben ihn schon wieder vergessen.
Bluesbrother: Nein, natürlich nicht. Ich dachte nur wir hätten das Thema schon abgehakt.
Elwood: Ich wollte nochmal darauf zurückkommen, da das ja auch einfluss auf ihr Draft hatte. Wie zufrieden sind sie denn mit den Spielern die sie bekommen haben?
Bluesbrother: Deswegen bringen Sie wieder Carrier ins Spiel, verstehe. Gut, damit das Thema geklärt ist: Nein ich bin nicht zufrieden. Ein Fehler in der Planung hat dazu
geführt dass ich noch immer mit den Draft picks gerechnet hab, die wir ja eigentlich für Carrier hergegeben haben. Dank der Ligaleitung gabs da aber meines Wissens nach
keine größeren Probleme. Nächstes mal werden wir das besser angehen.
Elwood: Und die Spieler die sie dann gedraftet haben? Zufrieden?
Bluesbrother: Der focus lag auf Verteidigern. Dass das bedeuten würde dass wir am Ende aus 7 drafts 6 Verteidiger bekommen war nicht ganz erwartet aber auch nichts
worüber ich mich beschweren möchte. Ich mag die Jungs die ich bekommen hab. Smith wird sich hoffentlich zu Elick gesellen und in zukunft ein gutes Defensiv-Duo bilden.
Ich freu mich auch schon mächtig auf Wang und Schmidt. Potter ist uns leider durch die Lappen gegangen, den hätte ich sehr gerne auf der 31 gedraftet-
Elwood: Das heißt Wang war nicht ihr idealer Kandidat? Was denken sie wird das für eine Wirkung auf ihn haben wenn er hört was sie da sagen?
Bluesbrother: Ich mach mir da keine Sorgen. Geplant oder eher gehofft, hatten wir auf Potter auf der 31 und Wang gleich danach auf der 34. Ohne Potter is Wang halt etwas
hochgerückt.
Elwood: Auf der 34 sagen sie? Wo sie Rombach gedraftet haben? Was denken sie wird das für eine Wirkung auf ihn haben wenn er hört was sie da sagen?
Bluesbrother: Sie sind wirklich unglaublich, wissen sie das?
Elwood: Danke!
Bluesbrother: Das war so nicht gemeint! -- Ich glaube jeder Spieler den wir gedraftet haben ist intelligent genug um zu verstehen, dass es auch etliche Andere optionen gab.
Wir haben zu jedem Zeitpunkt den genommen, der aus den restlichen Verfügbaren Spielern die Beste Wahl für uns darstellte und etwas anderes hätten wir nie tun können.
Der genervte Unterton ließ einen nur schwer verpassen, dass Mr. Bluesbrother ganz und gar nicht mit der Ausbeute zufrieden ist. Er scheint sogar so sehr einen Hass auf manche seiner Spieler zu haben, dass er öffentlich bereit ist zuzugeben, dass er diese eigentlich nicht haben wollte.
Der Einzige der Ungeschoren davon kam war Jackson Smith, doch Blues-nahe Quellen verrieten mir dass auch dieser nur die zweite Wahl nach Roger McQueen darstellte.
Mr. Bluesbrother schien an dieser Stelle etwas mit meiner Interview-Methodik warm zu werden und genau die bissigen Antworten zu geben, die ich mir erwartet hatte.
Alternativ besteht natürlich die Möglichkeit dass er in anbetracht seiner anbahnenden Demenz vergessen hat wie das Interview bis hierher abgelaufen ist.
Elwood: Nun zum UFA-Markt. St. Louis war ja fleißig unterwegs. Was können mir Sie da so erzählen?
Bluesbrother: Recht wenig.
Elwood: Aber in anbetracht der signings muss es doch was geben. Konnten sie die Offensive so verstärken wie gewollt?
Bluesbrother: Ja.
Elwood: ...
Bluesbrother: ...
Elwood: ...
Bluesbrother: ...
Elwood: Wollen sie mir erzählen es war geplant Sherwood so einen lächerlich hohen Vertrag hinzulegen?
Bluesbrother: Ich finde den Vertrag überhaupt nicht Lächerlich. Wir haben uns seine Qualitäten ganz genau angeschaut und dann klassisch einen Preisvergleich durchgeführt.
Es war ein Spieler den ich und Craig {Berube} unbedingt haben wollten und es finden sich in der Liga mehrere Flügelspieler mit ähnlichen Qualitäten und einem ähnlichen
Vertrag also waren die 5 Million vollkommen im Rahmen.
Elwood: Carrick?
Bluesbrother: Gute Wahl.
Elwood: Balinskis?
Bluesbrother: Der auch.
Elwood: Wollen sie mir sagen, sie treffen nur gute Entscheidungen?
Bluesbrother: Ich will ihnen sagen, dass wenn ich einen Spieler nicht gewollt hätte, ich kein Angebot für ihn gemacht hätte.
Elwood: Sicher.
Bluesbrother: Wieso fragen Sie?
Elwood: Was ist mit Dvorak?
Stille kehrte ein. Mr. Bluesbrother starrte mich gespannt mit eine Blick ein der vermuten lässt er wäre Handgreiflich geworde, wäre er nicht gefesselt gewesen.
Elwood: Ich warte.
Bluesbrother: Nic Dowd ist uns leider durch die Lappen gegangen.
Elwood: Aber mit Dvorak haben sie doch eine gute alternative, oder nicht?
Bluesbrother: Nein.
Sie lesen richtig! Bei den Blues gibts es praktisch eine Zeitbombe im Kader. Dvorak, ungeliebt vom GM genau so wie der GM von seinen Eltern nie geliebt wurde. Wir können alle nur hoffen dass die Zwei sich genau über diese Gemeinsamkeit versöhnen können, bevor die Saison in fahrt kommt. Anderfalls könnte Dvorak's vertrag den Blues weit mehr als nur 3.6 Millionen kosten.
Weitere Spekulation dazu würden jetzt aber den Rahmen Sprengen - Zurück zu den Signings!
Elwood: Ich höre aus guten Quellen dass sie es auch bei Ryan McDonagh probiert haben und kläglich gescheitert sind.
Bluesbrother: Hey!
Elwood: Also sind sie tatsächlich kläglich gescheitert!
Bluesbrother: Wir habens bei McDonagh probiert weil probieren kann man ja, aber wenn man 5mil für den Typen zahlen muss ist es uns tatsächlich lieber dass wir ihn nicht
bekommen haben. Großartiger Spieler, aber McDonagh ist 34 und der Rest unserer Defensive auch. Da schlaf ich schon ein Stück besser wenn ich weiß dass Clifton mit 29
vielleicht noch etwas länger durchhalten kann.
Verwirrt von dieser Antwort und unsicher was die Nächste Frage werden sollte, zögerte ihr treuer Außenkorrespondent hier etwas.
Elwood: Clifton der ihnen dann durch die Finger gerutscht ist?
Bluesbrother: Clifton der mir dann durch die Finger gerutscht ist, ja.
Wie vermutet schlug wieder die Vergesslichkeit des GMs durch und ich fürchtete fast das Interview hier beenden zu müssen. Ein tiefer Blick in die von Altersschwäche geplagten Augen meines Gegenüber {Chris Bluesbrother, 22 Jahre alt} vergewisserte mir aber, dass ich nicht mehr allzu viel Zeit haben werde meine Fragen zu stellen. Also stelle ich sie solange ich noch konnte.
Elwood: Warum würden sie Clifton erwähnen, wenn sie genau wissen, dass sie ihn nicht bekommen haben.
Bluesbrother: ...
Elwood: Weil sie schon wieder auf Carrier vergessen haben?
Bluesbrother: Weil ich schon wieder auf Carrier vergessen habe, ja.
Das waren nicht die letzten Anzeichen für die sich anbahnende Demenz des St.Louis GMs. Er schien nämlich vergessen zu haben dass Sundqvist einen neuen Vertrag bekommen hat, da er nur kommentierte "es ist als hätte er uns nie verlassen". Sehr dubios.
Gefragt nach Palmieri beteuerte er auch mehrmals dass man Cole Palmer einfach nicht ersetzen könnte. Wer oder was dieser Cole Palmer sein soll, konnte ich leider noch nicht ausfinding machen.

Die Bitten dass ich ihn entfesseln solle und die folgenden panischen Hilfeschreie die Mr. Bluesbrother von sich gab, als ich den Raum verließ minderten meine Besorgnis um das mentale Wohlbefinden des St. Louis GMs nicht. Fans können nur hoffen, dass er sich so schnell wie möglich wieder erholt, denn andernfalls könnte dies eine Saison zum vergessen werden.
Es berichtete, Field-Reporter Jake Elwood.
P.S.:
Elwood: Mr. Sherwood! Als Neuzugang der sich direkt in der 1st Line sicher fühlen darf lastet jetzt einiges an Druck auf Ihnen, nicht war?
Kiefer Sherwood: Ja, denke schon.
Elwood: Was ist ihre Lieblingsfarbe?
Sherwood: Blau natürlich {ein Augenzwinkern seinerseits beendete das kurz-Interview}
{Anmerkung d. Redaktion: Jordan Binnington konnte nicht ausfinding gemacht werden.}
Sehr geehrter Hr. Elwood, Lois Lane vom Daily Planet Utah Hockey, hier, vielleicht sollten Sie sich folgende Frage für das nächste Interview mit GM Mr. Bluesbrother notieren.. “Gibt es eine Möglichkeit beim Livedraft selbst anwesend zu sein?" Vielleicht gibt es dann, je nachdem ”rauf oder runtertraden" falls Spieler XY noch verfügbar bzw. Nicht mehr verfügbar ist". Eine Vertretung beim Draft geht nach der Liste die ihm ausgehändigt wurde.. und nach genauer Anweisung nach Liste zu draften.. “How to you like them Apples?” Ausserdem soll ich von meinem Arbeitgeben, Mr. Bigby Wolf ausrichten.. "The Rivalry is on” and “Hunting Blues” starts Now.. Mit freundlichen Grüßen, Lois Lane (ps: gefällt mir)