🏒👑 FIHL Season-End Report – Part 1 👑🏒

đŸ”„ THE FIHL SUN BLICK đŸ”„

đŸŒâ„ïž Western Conference â„ïžđŸŒ

 

Der Westen krönt seinen König 👑🏆

 

Eine weitere FIHL-Saison ist Geschichte. Monate voller Trades, Überraschungen, EnttĂ€uschungen und natĂŒrlich unzĂ€hliger Belugalinsen-Momente liegen hinter uns. Am Ende blieb nur ein Team ĂŒbrig: die Vancouver Canucks.

Die Canucks sicherten sich den Stanley Cup und krönten damit ihre Saison. SpĂ€testens seit dem Finalsieg dĂŒrfte in Vancouver ohnehin niemand mehr nach dem Wie fragen. Dort zĂ€hlt am Ende nur noch, dass der Cup im Westen bleibt – und in diesem Fall sogar im eigenen Wohnzimmer steht.

Mit den Edmonton Oilers stellte der Westen zudem den Presidents' Trophy Winner. Die stĂ€rkste Regular-Season-Mannschaft der Liga kam also ebenfalls aus dieser Conference. Doch TrophĂ€en aus dem FrĂŒhjahr fĂŒhlen sich bekanntlich etwas anders an als jene, die im Sommer ĂŒberreicht werden. Und genau darin liegt die Geschichte dieses Westens: ganz oben mitspielen ist das eine – am Ende wirklich ganz oben stehen etwas völlig anderes.

Die Western Conference bot in dieser Spielzeit alles, was die FIHL ausmacht: Überraschungsteams, beeindruckende Aufholjagden, passive GMs, aggressive GMs und völlig unterschiedliche Strategien auf dem Weg zum Erfolg. Manche Franchises jagten den Cup. Andere jagten lieber die Draft-Lottery. Und wieder andere wirkten, als wĂŒrden sie in erster Linie sich selbst jagen.

WĂ€hrend ligaweit nur noch wenige Teams um die letzten Playoff-PlĂ€tze kĂ€mpften, hatten andere Organisationen ihre PrioritĂ€ten lĂ€ngst verschoben. Nicht jede Franchise wollte in dieser Saison zwingend in die Playoffs. Einige richteten den Blick bewusst auf die Zukunft und hofften eher auf eine möglichst gute Ausgangslage fĂŒr kommende Jahre als auf einen kurzen und womöglich schmerzhaften FrĂŒhjahrs-Ausflug.

Wer hat seine Ziele erreicht?
Wer hat die Erwartungen ĂŒbertroffen?
Und wer blickt auf eine Saison zurĂŒck, die deutlich anders verlief als erhofft – sportlich, strategisch oder beides zugleich?

Der FIHL SUN BLICK analysiert die komplette Western Conference – schonungslos, ausfĂŒhrlich, ohne RĂŒcksicht auf Namen oder Reputation und immer mit einer Spur Ironie. 😉

Denn wir berichten, wenn andere schweigen
 

đŸ”„đŸ‹đŸ† Vancouver Canucks – Vom Beluga zum Orca đŸ†đŸ‹đŸ”„

99 Punkte holten die Vancouver Canucks in der Regular Season. Eine Zahl, die irgendwie auch perfekt zu ihrem GM passt. Ganz 100 war er bekanntlich noch nie – und genau deshalb liefert Vancouver Jahr fĂŒr Jahr Geschichten, die selbst erfahrene FIHL-Beobachter kaum fĂŒr möglich halten.

Dabei begann die Saison alles andere als ruhig. Der inzwischen legendĂ€re Ylönen-Skandal beschĂ€ftigte ĂŒber Wochen die Liga und sorgte dafĂŒr, dass der Name des Vancouver-GMs hĂ€ufiger in den Schlagzeilen auftauchte als ihm vermutlich lieb war. WĂ€hrend andere Teams sich auf das TagesgeschĂ€ft konzentrierten, fand sich Vancouver frĂŒh im Mittelpunkt zahlreicher Diskussionen wieder.

Als wĂ€re das nicht genug gewesen, ĂŒbernahm der GM wĂ€hrend der Saison noch eine weitere Rolle. Nach seiner Verpflichtung durch die Chicago Blackhawks stand er plötzlich nicht mehr nur hinter den Kulissen in Vancouver, sondern auch selbst auf dem Eis. Als Spieler der Rockford IceHogs meisterte er eine der ungewöhnlichsten Doppelrollen der Liga und durfte sich am Ende sogar persönlich mit der Macgregor Kilpatrick Trophy feiern lassen. WĂ€hrend er als GM die Geschicke der Canucks lenkte, stemmte er als aktiver Spieler die TrophĂ€e fĂŒr das punktbeste Team der AHL-Regular-Season in die Höhe.

Doch zurĂŒck nach Vancouver. Dort arbeitete der GM unermĂŒdlich am Kader und tĂ€tigte insgesamt zwölf Trades, um seine Mannschaft fĂŒr den großen Wurf aufzubauen. Offiziell waren es zwölf. Inoffiziell behaupten einige Ligamanager allerdings, er habe davon mindestens zwanzig gewonnen. Ob diese Rechnung mathematisch korrekt ist, spielt vermutlich keine Rolle mehr. Fakt ist: Die meisten Entscheidungen gingen auf.

Deshalb richtet sich an dieser Stelle auch eine kleine Warnung an die ĂŒbrigen GMs der Liga. Achtet kĂŒnftig etwas genauer auf eure Verhandlungen. Denn wer gegen einen Beluga tradet, könnte am Ende feststellen, dass auf der anderen Seite lĂ€ngst ein Orca sitzt.

In den Playoffs zeigte sich nĂ€mlich, warum Vancouver am Ende ganz oben stand. Der Weg zum Stanley Cup war alles andere als einfach. Immer wieder wurden die Canucks in enge und krĂ€ftezehrende Serien gezwungen. Mehrfach musste ein Game 7 ĂŒber Sieg oder Niederlage entscheiden. Doch genau dort zeigte Vancouver seine grĂ¶ĂŸte StĂ€rke.

Wer die Canucks noch immer als harmlose Belugas betrachtete, wurde eines Besseren belehrt. In den entscheidenden Momenten verwandelten sich die freundlichen MeeressĂ€uger in ausgewachsene Orcas. Sie ĂŒberstanden Drucksituationen, gewannen die wichtigen Spiele und bewiesen eine mentale StĂ€rke, die man bei Champions sehen möchte.

Besonders emotional wurde es im familiĂ€ren Duell gegen den eigenen Bruder. WĂ€hrend man in der AHL noch den KĂŒrzeren zog und die Playoff-Serie verlor, gelang auf NHL-Ebene die Revanche. Ein weiterer Moment, der den Eindruck verstĂ€rkte, dass diese Saison vielleicht tatsĂ€chlich unter einem besonderen Stern stehen könnte.

Und dieser Eindruck sollte sich bestÀtigen.

Im Stanley-Cup-Finale warteten die Carolina Hurricanes. Eine starke Mannschaft, die sich ihren Platz in der Endserie verdient hatte. Doch Vancouver ließ sich die grĂ¶ĂŸte Chance der Franchise-Geschichte nicht mehr nehmen. Die Canucks gewannen die Serie verdient und krönten sich zum Stanley-Cup-Champion.

Am Ende bleibt eine Saison, die selbst fĂŒr FIHL-VerhĂ€ltnisse kaum verrĂŒckter hĂ€tte verlaufen können. Vom Ylönen-Skandal ĂŒber die Doppelrolle als GM und Spieler bis hin zu zahlreichen gewonnenen Trades, nervenaufreibenden Game-7-Schlachten und dem Stanley-Cup-Triumph war alles dabei.

Auf die Leistungen einzelner Spieler verzichten wir an dieser Stelle bewusst. Nicht etwa, weil es keine Kandidaten gĂ€be, die eine ausfĂŒhrliche WĂŒrdigung verdient hĂ€tten. Vielmehr wĂŒrde dies den Rahmen dieses Berichts sprengen. Wer mehr ĂŒber die Helden dieser Playoff-Reise erfahren möchte, dem sei der nicht zertifizierte Artikel „Mr. Game 7 – Der Blues spielt in Vancouver“ empfohlen, der sich ausfĂŒhrlich mit den entscheidenden Figuren dieses Stanley-Cup-Laufs beschĂ€ftigt.

Die Vancouver Canucks starteten die Saison als Belugas.

Sie beendeten sie als Orcas.

Und die restliche Liga sollte hoffen, dass sie im kommenden Sommer nicht erneut zum Fressen freigegeben wird.
 

đŸ”ïž Colorado Avalanche – Vom Kellerkind zum TitelanwĂ€rter

Wenn es in dieser Saison eine Mannschaft gab, die sĂ€mtliche Prognosen ĂŒber den Haufen geworfen hat, dann waren es die Colorado Avalanche. Bereits im Midseason-Report hatten wir den spektakulĂ€ren Turnaround von GM Silas hervorgehoben. Was damals noch wie eine nette Geschichte klang, entwickelte sich bis Saisonende zu einer der beeindruckendsten Aufholjagden der gesamten FIHL.

Von den hinteren Tabellenregionen arbeitete sich Colorado bis auf Platz 2 der Western Conference vor. Eine Leistung, die vor Saisonbeginn wohl nur die kĂŒhnsten Optimisten fĂŒr möglich gehalten hĂ€tten.

Abseits des Eises war der GM ebenfalls beschĂ€ftigt. WĂ€hrend er aktuell fĂŒr ein Jahr die MilitĂ€rstiefel geschnĂŒrt hat, soll bereits feststehen, dass ihn sein beruflicher Weg anschließend zu GM Seyffert fĂŒhren wird. Dort warten angeblich tĂ€gliche Kaffeepausen und eine intensive EinfĂŒhrung in die wahre Welt der KĂ€ltetechnik. Doch das nur als Randnotiz.

Sportlich wurde die Saison vor allem von einem Thema geprĂ€gt: dem ewigen Duell mit seinem großen Bruder, GM L. Willi. Es wirkte beinahe so, als hĂ€tte Silas eine lange Liste offener Rechnungen aus der Kindheit abzuarbeiten. Jeder Nippelzwicker, jede unnötige Provokation und jedes grundlose Genervtwerden schienen plötzlich Motivation fĂŒr eine ganze Saison zu liefern.

Die ersten Kapitel dieser Familienfehde verliefen fĂŒr Colorado nahezu perfekt. In den AHL-Playoffs wurden zunĂ€chst die Abbotsford Canucks eliminiert. Nur eine Runde spĂ€ter folgte der nĂ€chste Schlag, als die Rockford IceHogs und damit auch der große Bruder aus den Playoffs geworfen wurden.

Mit jeder gewonnenen Serie wuchs das Selbstvertrauen. Vielleicht sogar ein wenig zu sehr. Als sich die beiden schließlich im NHL Conference Finale gegenĂŒberstanden, schien die BĂŒhne fĂŒr die ultimative Familiengeschichte bereitet. Doch bekanntlich endete das MĂ€rchen in Spiel 7. Colorado musste sich geschlagen geben und der große Bruder durfte am Ende doch noch lachen.

Vielleicht war das auch besser so. Man kann nur spekulieren, welche Konsequenzen ein weiterer Sieg beim nÀchsten Familientreffen gehabt hÀtte. Unter den wachsamen Augen von Hawi wÀre die Lage jedenfalls genau beobachtet worden.

💰 Der wohl eindeutigste Trade-Sieg der Saison

Einen Preis dĂŒrfte Colorado aber bereits sicher haben: den Kandidaten fĂŒr den wohl eindeutigsten gewonnenen Trade der Saison.

Trade #186

Nach Colorado:

  • Travis Sanheim (50 % Retained Salary, 2 Jahre)
  • Garnet Hathaway
  • Ivan Fedotov

Nach Philadelphia:

  • Mikhail Gulyayev
  • Miles Wood
  • 1st Round Pick COL 2026
  • Alexander Georgiev
  • 3rd Round Pick COL 2027
  • 3rd Round Pick NSH 2026

Besonders bemerkenswert war dabei die Entsorgung des Vertrags von Alexander Georgiev. Drei weitere Vertragsjahre mit einem Cap Hit von 6,669 Millionen Dollar galten lange als erhebliche Belastung.

Dass Colorado diesen Vertrag abgeben konnte und dafĂŒr vergleichsweise wenig Zusatzkapital investieren musste, sorgte ligaweit fĂŒr hochgezogene Augenbrauen. Schließlich reden wir hier nicht von einem kleinen Problemvertrag, sondern von einem Goalie mit drei Jahren Laufzeit und einem Gehalt, das viele GMs lieber aus ihren BĂŒchern streichen wĂŒrden.

Oder anders gesagt: Manche GMs investieren monatelang Arbeit, um einen solchen Vertrag loszuwerden. Colorado schaffte es scheinbar an einem Nachmittag.

Ob dies schlicht exzellente VerhandlungsfĂŒhrung war oder ob die Trade-Kommission den Antrag mit besonders wohlwollendem Blick betrachtete, wird vermutlich noch viele Stammtische der FIHL beschĂ€ftigen. Hust.

UnabhĂ€ngig davon steht fest: Dieser Deal war ein entscheidender Baustein fĂŒr den Aufstieg der Avalanche und ein weiterer Beleg dafĂŒr, dass GM Silas in dieser Saison deutlich mehr richtig als falsch gemacht hat.

Vom Tabellenkeller bis auf Platz 2 im Westen, vom Außenseiter zum ernsthaften Contender und beinahe bis zur familiĂ€ren Vollendung der Rachegeschichte gegen den großen Bruder – die Saison der Avalanche hatte alles zu bieten. Auch wenn das letzte Kapitel nicht mit einem Stanley Cup endete, dĂŒrfte Colorado mit viel Selbstvertrauen in die kommende Spielzeit gehen.

Und eines scheint bereits heute sicher: Sollte es erneut zu einem Duell gegen GM L. Willi kommen, wird die Geschichte der offenen Rechnungen noch lange nicht zu Ende erzĂ€hlt sein. đŸ”„

 

đŸ›ąïž Edmonton Oilers – Presidents' Trophy und trotzdem frĂŒh Feierabend

10 Punkte Vorsprung auf die Konkurrenz. Presidents' Trophy Gewinner. Dazu kann man GM MP11 nur gratulieren. Die Edmonton Oilers lieferten eine Regular Season ab, die in dieser Form kaum jemand erwartet hatte. WĂ€hrend andere Teams mit Formschwankungen kĂ€mpften, marschierte Edmonton scheinbar mĂŒhelos durch die Saison und sicherte sich verdient Platz 1 der Gesamttabelle.

Die Erwartungen waren entsprechend riesig. Im letzten Interview mit dem FIHL SUN BLICK sprach GM MP11 zwar nie offen vom Titelgewinn, doch hinter den Kulissen liefen die Planungen offenbar bereits auf Hochtouren. Unsere Reporter erfuhren, dass in Edmonton bereits erste Vorbereitungen fĂŒr eine mögliche Meisterfeier getroffen wurden.

Besonders ambitioniert zeigte sich angeblich sogar ein lokaler Fast-Food-Riese. Ein McDonald's-Standort plante fĂŒr den Stanley-Cup-Gewinn einen sogenannten „McDavid“ – einen Burger in Form des Stanley Cups. Ob dieses kulinarische Meisterwerk jemals das Licht der Welt erblicken wird, bleibt allerdings fraglich.

Denn nach der ersten Playoff-Runde war der Traum plötzlich vorbei.

Ausgerechnet die San Jose Sharks von GM El Umbo sorgten fĂŒr die grosse Überraschung und schickten den Presidents'-Trophy-Sieger bereits in Runde 1 in die Sommerferien. SĂ€mtliche FeierplĂ€ne landeten damit direkt im Papierkorb und die Fast-Food-Fans in Edmonton mĂŒssen wohl weiter auf ihren essbaren McDavid warten.

Nach dem bitteren Aus reagierte GM MP11 schnell. Mehrere Spieler, die in den Playoffs nicht die erwartete Leistung abrufen konnten, fanden sich plötzlich auf dem Tradeblock wieder. Selbst Topstar Leon Draisaitl blieb von den GerĂŒchten nicht verschont. Ob Edmonton tatsĂ€chlich bereit ist, einen Spieler dieses Kalibers abzugeben, bleibt offen. Zudem sind viele FIHL-GMs bekanntlich nicht gerade dafĂŒr bekannt, bei deutschen Spielern besonders aggressiv mitzubieten.

Am Ende bleibt eine Saison voller WidersprĂŒche. Die perfekte Regular Season wurde von einem abrupten Ende ĂŒberschattet. Die Oilers waren ĂŒber Monate hinweg das stĂ€rkste Team der Liga, doch erneut stellte sich die Frage, warum die Dominanz der Hauptrunde nicht in Playoff-Erfolg umgewandelt werden konnte.

Die Antwort darauf wird wohl nur GM MP11 selbst kennen. Fakt ist: Wer die Presidents' Trophy mit zehn Punkten Vorsprung gewinnt, darf von mehr trĂ€umen als einem kurzen Playoff-Auftritt. Die Suche nach den letzten fehlenden Bausteinen dĂŒrfte in Edmonton deshalb bereits begonnen haben.

 

⭐💚 Dallas Stars – Vom Contender zum Abrissunternehmen? 💚⭐

Die Dallas Stars beenden die Regular Season mit starken 111 Punkten und Rang 3 in der Western Conference. In den Playoffs wurde in Runde 1 Winnipeg souverĂ€n mit 4:1 aus dem Weg gerĂ€umt. Alles schien angerichtet fĂŒr einen langen Run Richtung Stanley Cup.

Doch dann kam Colorado.

In einer packenden Serie mussten sich die Stars erst in Spiel 7 geschlagen geben. Das allein wĂ€re noch keine Schlagzeile gewesen. Doch bereits vor den Playoffs sorgte GM JĂŒrg fĂŒr Diskussionen, als er öffentlich kommunizierte, dass Superstar Jason Robertson seine letzten Spiele im Trikot der Stars absolvieren wĂŒrde.

Und genau hier stellt der SUN BLICK die unangenehme Frage:

Warum bringt man freiwillig Unruhe in ein beinahe perfektes Team?

NatĂŒrlich kann niemand beweisen, dass diese AnkĂŒndigung das Ausscheiden verursacht hat. Aber wer unmittelbar vor den wichtigsten Spielen der Saison offen ĂŒber den Abgang seines Franchise-Stars spricht, darf sich ĂŒber kritische Fragen nicht wundern.

Immerhin blieb der GM seinem Wort treu.

Jason Robertson wurde zu den Carolina Hurricanes transferiert.

Doch damit nicht genug.

Auch Roope Hintz, Matt Duchene, Justin Hryckowian – allein dieser Name dĂŒrfte einige Kommentatoren in den Wahnsinn treiben –, Esa Lindell, William Horcoff, Quinn Hughes, Jamie Oleksiak, Joel Eriksson Ek sowie Goalie Jake Oettinger mussten die Franchise verlassen.

Man muss sich diese Liste zweimal durchlesen.

Ein Team, das noch vor wenigen Wochen als legitimer Titelkandidat galt, wurde innerhalb kĂŒrzester Zeit komplett auseinandergerissen.

Das nennt man wohl einen Umbruch.

Oder je nach Blickwinkel sogar eine kontrollierte Sprengung.

Besonders kurios: Der frisch verpflichtete Alex DeBrincat soll laut Ligakreisen bereits wieder auf dem Markt sein. Ein Spieler mit seinem Rating dĂŒrfte allerdings problemlos einen Abnehmer finden.

GerĂŒchten zufolge könnte sogar Vancouver ein möglicher GesprĂ€chspartner sein. Zumindest besitzt dieser Name genĂŒgend Potenzial fĂŒr einen jener legendĂ€ren FIHL-Trades, bei denen am Ende ein Handschlag und das Versprechen auf zwei Bier am Draft Day als Vertragsgrundlage reichen.

Die entscheidende Frage lautet nun:

Lohnt sich dieser radikale Neustart?

GM JĂŒrg hat SUN-BLICK-Journalist Adolf Ogi bereits mitgeteilt, dass man kommende Saison auf einen Top-Pick im Draft hofft. Die Aussage lĂ€sst wenig Interpretationsspielraum zu.

Die Dallas Stars verabschieden sich vorerst aus dem Kreis der TitelanwÀrter.

Playoff-Hockey scheint in Texas vorerst nicht mehr oberste PrioritÀt zu besitzen.

Stattdessen beginnt ein vollstÀndiger Neuaufbau.

Ob dieser Plan in einigen Jahren als genialer Schachzug gefeiert wird oder als einer der grössten Selbstabrisse der FIHL-Geschichte endet, wird die Zukunft zeigen.

Fest steht nur:

Kaum ein GM hat in diesem Sommer mehr Mut bewiesen als JĂŒrg.

Oder mehr Risiko.

 

đŸ”„âœˆïž Winnipeg Jets – eingefroren zwischen StĂ€rke und Stillstand ❄

104 Punkte, Platz 4 in der Western Conference – auf dem Papier war das eine starke Saison der Winnipeg Jets. Über weite Strecken lieferte das Team konstant ab und gehörte klar zu den besseren Mannschaften im Westen. Trotzdem bleibt am Ende das GefĂŒhl, dass Winnipeg zwar gut war, aber eben nie wirklich gefĂ€hrlich.

GM Mirko ist ein ruhiger, ĂŒberlegter GM, der immer wieder aktiv ist, ohne dabei gross aufzufallen. Manchmal könnte man aber meinen, in Winnipeg seien nicht nur die Temperaturen eingefroren, sondern auch gewisse Entscheidungen. Denn trotz starker Regular Season fehlte dem Team in den entscheidenden Momenten schlicht die Durchschlagskraft.

Das zeigte sich dann in den Playoffs brutal deutlich. Gegen Dallas war in Runde 1 beim 4:1 sang- und klanglos Schluss. Winnipeg wirkte in dieser Serie ideenlos, harmlos und am Ende schlicht nicht bereit fĂŒr einen langen Run.

Ein grosses Problem war dabei ganz klar die Situation im Tor. Man hatte genau einen echten Stammgoalie – und dahinter kam praktisch nichts mehr. Die Backup-Lösung war auf diesem Niveau schlicht zu schwach, und genau das wurde in den Playoffs schonungslos aufgedeckt. Wer mit nur einem Goalie ernsthaft auf Titeljagd gehen will, spielt ein gefĂ€hrliches Spiel.

Noch spannender ist aber der Blick auf den Kader selbst. Winnipeg hatte wohl eines der Ă€ltesten Teams der ganzen FIHL. Gerade einmal sieben Spieler waren unter 30, der jĂŒngste davon auch schon 24 Jahre alt. Das ist kein kleines Detail mehr, sondern ein klares Zeichen dafĂŒr, dass dieses Team nicht ewig so weiterlaufen kann.

Und genau deshalb stellt sich jetzt die entscheidende Frage: Reicht dieser Kern noch fĂŒr einen echten Angriff – oder ist es Zeit fĂŒr einen Umbruch? Winnipeg wirkt aktuell wie ein Team, das zu gut fĂŒr den Rebuild, aber womöglich nicht gut genug fĂŒr den Titel ist. Genau diese Zwischenzone ist oft die gefĂ€hrlichste.

Die Saison der Jets war also alles in allem ordentlich, aber eben auch ernĂŒchternd. 104 Punkte lesen sich stark – das 4:1 gegen Dallas deutlich weniger. Winnipeg ist gut, keine Frage. Aber vielleicht nicht mehr gut genug, um mit diesem alten Kern wirklich noch ganz nach oben zu kommen.

GM Mirko muss sich also entscheiden, ob er dieses Fenster noch einmal mit Gewalt offenhalten will – oder ob es Zeit ist, das Eis endlich aufzubrechen.

 

🎰 Vegas Golden Knights – Viel Glanz, wenig Zukunft?

103 Punkte in der Regular Season. FĂŒr viele Franchises wĂ€re das eine Saison, die man noch Jahre spĂ€ter feiern wĂŒrde. In Vegas bleibt trotzdem das GefĂŒhl, dass deutlich mehr möglich gewesen wĂ€re.

In den Playoffs war bereits in der ersten Runde Schluss. Gegen die spÀteren Stanley-Cup-Sieger aus Vancouver verlor man eine umkÀmpfte Serie in sieben Spielen. Auf dem Papier keine Schande. Schliesslich waren die Canucks am Ende das letzte verbliebene Team.

Doch bei den Golden Knights ist bekanntlich selten etwas ganz normal.

Wir wissen ja alle, dass Vegas mittlerweile als das grosse Experimentier-Team von L. Willi gilt. WĂ€hrend sich der eigentliche GM Roman mit bewundernswerter Hingabe um unsere geliebte Homepage kĂŒmmert – und dafĂŒr verneigen wir uns selbstverstĂ€ndlich alle sehr gerne ❀ – laufen im Hintergrund oft andere Prozesse ab.

Die FIHL SUN BLICK weiss sogar zu berichten, dass GM Hardi als Dankeschön gelegentlich noch etwas weiter geht. Aber darĂŒber wollen wir an dieser Stelle nicht zu sehr ins Detail gehen. 😉

Umso spannender ist es natĂŒrlich, dass sich ausgerechnet die Canucks in dieser Serie durchsetzen konnten. Vielleicht war Vancouver einfach besser.

Vielleicht aber auch nicht.

Eine Frage beschÀftigt die Redaktion bis heute:

Wie genau sah eigentlich die Aufstellung der Golden Knights in Spiel 7 aus?

Aus unerklĂ€rlichen GrĂŒnden scheint diese heute nicht mehr einsehbar zu sein. 💁

Wir lassen das einfach einmal so stehen.

Der grössere Blick richtet sich ohnehin auf die Zukunft. Und genau dort beginnen die eigentlichen Herausforderungen.

Der aktuelle Kader gehört mittlerweile zu den Àlteren der Liga und erinnert in seiner Altersstruktur durchaus an jene der Winnipeg Jets. Viele LeistungstrÀger befinden sich nicht mehr im besten Hockey-Alter und der Nachwuchs drÀngt bisher nur sehr begrenzt nach.

Auch beim diesjÀhrigen Draft wird es schwierig, grössere VerstÀrkungen nachzulegen. Aktuell besitzt Vegas lediglich einen 2nd-Round-Pick sowie je einen Pick in der 5., 6. und 7. Runde.

Nicht gerade die Art von Draftkapital, mit der man einen grösseren Umbruch einleitet.

Auch im Prospect-Pool wird es schnell ĂŒbersichtlich. Gerade einmal zehn Prospects befinden sich aktuell im System der Golden Knights.

Oder anders formuliert:

Vegas besitzt ungefĂ€hr so viele Prospects, wie GM KĂ€pp pro Monat Fragen im Question Forum stellt. 💁

Die FIHL SUN BLICK konnte diese Statistik zwar nicht unabhĂ€ngig verifizieren, doch mehrere Quellen sprechen von einer verblĂŒffenden Übereinstimmung.

NatĂŒrlich kann man argumentieren, dass QualitĂ€t wichtiger ist als QuantitĂ€t. Das Problem ist nur: Wenn die QuantitĂ€t bereits zweistellig ist, wird diese Diskussion irgendwann schwierig.

Dennoch wĂ€re es ein Fehler, die Golden Knights abzuschreiben. Zu oft hat diese Organisation bereits Wege gefunden, aus scheinbar schwierigen Situationen wieder einen Contender zu formen. Die Verantwortlichen haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder als kreativ erwiesen, wenn es darum ging, Löcher im Kader zu stopfen oder ĂŒberraschende Lösungen zu finden.

Die kommende Offseason dĂŒrfte deshalb richtungsweisend werden.

 

🩣 Utah Mammoth – 103 Punkte, ein 50-Tore-Mann und eine Franchise, die weiter nach vorne marschiert

Mit 103 Punkten spielte Utah eine starke Regular Season und unterstrich, dass diese Franchise lĂ€ngst nicht mehr nur als Randnotiz im Westen durch die Liga lĂ€uft. Die Mammoth lieferten ĂŒber Monate konstant ab, sammelten Siege, hielten sich in der Spitzengruppe und erarbeiteten sich eine Ausgangslage, mit der man in Utah mehr als zufrieden sein durfte. Vor allem einer ragte dabei klar heraus: Clayton Keller.

Mit 50 Toren in 82 Spielen krönte Keller eine herausragende Saison und sicherte sich völlig verdient die Maurice „Rocket“ Richard Trophy. Eine Marke, die man erst einmal erreichen muss – und ein Ausrufezeichen, das in Utah nicht einfach so untergeht. Keller war das offensive Gesicht dieser Mannschaft, ihr Unterschiedsspieler, ihr sicherster Wert. Wenn Utah in dieser Saison ein Statement abgab, dann stand sein Name meist mittendrin.

NatĂŒrlich verlief die Saison in Utah nicht komplett frei von NebengerĂ€uschen. Beim letzten Interview stellte sich bekanntlich nicht GM Erix selbst den Fragen, sondern die offizielle Pressesprecherin Ms. Lane. In diesem Zusammenhang fiel von unserer Seite die Bezeichnung „Dorfreporterin“ – eine Formulierung, fĂŒr die wir uns an dieser Stelle selbstverstĂ€ndlich entschuldigen.
Wobei man fairerweise sagen muss: Wenn in einem Pressebericht plötzlich die Mordrate von 2,6 pro 100'000 Einwohnern auftaucht, dann bewegt man sich kommunikativ halt auch nicht mehr ausschliesslich im klassischen Hockey-Terrain. Das war zumindest ein Themenwechsel, den man in einem SaisonrĂŒckblick eher selten erwartet.

Und weil wir gerade schon kurz neben dem Eis unterwegs sind, sei auch der kleine Seitenblick nach Chicago erlaubt: Dort mögen die Playoffs auf NHL-Ebene weiterhin eher Wunschdenken als RealitĂ€t sein – doch bis vor Kurzem stand dort immerhin noch der Calder Cup herum. Irgendein Pokal war also wenigstens mal in der Stadt.
In Utah dagegen bleibt man, was Titel angeht, vorerst noch bei guten Geschichten, starken Regular-Season-Zahlen und originellen Presseberichten.

Doch zurĂŒck zum Sportlichen – und dort gab es in Utah durchaus einige Entscheidungen, die hĂ€ngen blieben. Besonders auffĂ€llig war Trade Nummer 230, bei dem sich die Mammoth McKenzie Weegar ins Team holten und dafĂŒr zwei Zweitrundenpicks abgaben. Ein Deal, der in Teilen der Liga durchaus belĂ€chelt wurde, weil nicht wenige diesen Preis als etwas zu hoch empfanden. In Utah selbst dĂŒrfte man das allerdings deutlich entspannter gesehen haben. FĂŒr einen Spieler, den man wirklich will, bezahlt man eben auch mal etwas mehr – und GM Erix war offensichtlich ĂŒberzeugt, dass Weegar genau so ein Spieler ist.

Und am Ende sprach der Erfolg zunĂ€chst einmal fĂŒr Utah. Die Mammoth erreichten die Playoffs, und genau das war fĂŒr diese Franchise in dieser Saison ein wichtiger Schritt. NatĂŒrlich trĂ€umt man nach 103 Punkten immer auch von einer lĂ€ngeren Reise im FrĂŒhjahr, doch man sollte nicht so tun, als sei eine Playoff-Qualifikation fĂŒr Utah inzwischen bloss eine SelbstverstĂ€ndlichkeit. DafĂŒr ist diese Mannschaft noch zu sehr in der Phase, in der es darum geht, sich dauerhaft oben festzusetzen und aus guten Regular Seasons echte StabilitĂ€t zu formen.

Dass dann in der ersten Runde gegen die Colorado Avalanche mit 4:2 Schluss war, ist aus Utah-Sicht selbstverstĂ€ndlich bitter. Wer einmal in den Playoffs steht, will mehr als nur sechs Spiele. Und trotzdem Ă€ndert dieses Aus nichts daran, dass Utah insgesamt eine starke Saison gespielt und das grosse Ziel erreicht hat. Die Playoffs zu erreichen, war der entscheidende Schritt – alles, was danach gekommen wĂ€re, wĂ€re letztlich Bonus gewesen.
Genau deshalb sollte man diese Saison nicht ĂŒber das frĂŒhe Aus definieren, sondern ĂŒber die Entwicklung, die diese Franchise genommen hat. Utah hat sich in der Regular Season behauptet, hatte mit Keller einen der spektakulĂ€rsten Einzelspieler der Liga und zeigte ĂŒber weite Strecken, dass dieses Team nicht bloss mitlaufen, sondern im Westen ernst genommen werden will.

Spannend bleibt nun vor allem der Blick auf das, was als NĂ€chstes kommt. Denn vor Kurzem wurde der Trade Block aktualisiert – und dort findet sich eine durchaus bemerkenswerte Ansage: Alle Draftpicks 2026 sollen verfĂŒgbar sein. Ganze 10 Picks umfasst dieses Paket. Das ist wieder einmal typisch Erix. Ein Schritt, den so vielleicht nicht jeder erwartet hĂ€tte, der aber sofort Fragen aufwirft. Bleibt Utah aggressiv? Wird bereits der nĂ€chste grösser angelegte Move vorbereitet? Kommt noch mehr Erfahrung ins Team? Oder nutzt man die Picks doch anders, als derzeit vermutet wird?

Genau diese Mischung macht Utah derzeit so interessant. Die Franchise hat sich sportlich klar nach vorne gearbeitet, verfĂŒgt mit Clayton Keller ĂŒber einen echten Star, scheint auf dem Markt weiterhin aktiv bleiben zu wollen und hat sich in dieser Saison eine Ausgangslage geschaffen, auf der man aufbauen kann. Es ist keine perfekte Geschichte, noch keine Titelsaga und auch noch kein Team, das sich bereits in Stein meisseln darf. Aber es ist sehr wohl eine Franchise, bei der die Richtung stimmt.

Utah hat geliefert.
103 Punkte, ein Rocket-Richard-Gewinner und die RĂŒckkehr in die Playoffs sind keine Kleinigkeit.
Der ganz grosse Durchbruch blieb zwar noch aus – doch der Eindruck, den diese Mammoth hinterlassen haben, ist trotzdem ein klar positiver.

Oder anders gesagt: In Utah gibt es derzeit vielleicht noch keinen Pokalschrank, der aus allen NĂ€hten platzt.
Aber es gibt inzwischen etwas, das in dieser Liga fast genauso wichtig ist:

eine Mannschaft, die sichtbar auf dem richtigen Weg ist.

 

🩈 San Jose Sharks – Vom Überraschungsteam zur echten Gefahr

95 Punkte nach der Regular Season, bis zum letzten Spieltag war offen, ob es fĂŒr die Playoffs reicht – gereicht hat es. Und wie.
San Jose schaffte nicht nur den Sprung in die Postseason, sondern sorgte direkt fĂŒr eine der grössten Überraschungen dieser FIHL-Playoffs. In Runde 1 warf man ausgerechnet die Edmonton Oilers und damit den Presidents’-Trophy-Sieger in sieben Spielen aus dem Turnier. SpĂ€testens mit diesem Coup war klar: Diese Sharks sind nicht mehr nur ein netter Underdog, sondern ein Team, das man ernst nehmen muss.

Die Sharks waren in dieser Saison nicht einfach nur ein netter Außenseiter. Sie waren unangenehm, unbequem und genau dann da, wenn es zĂ€hlte. Die Serie gegen Edmonton wurde zum Sinnbild dafĂŒr: sieben Spiele, ein Favorit unter Druck – und am Ende nicht McDavid, nicht die Presidents Trophy und auch nicht der Heimvorteil in Erinnerung, sondern San Jose, das sich in Spiel 7 in Edmonton fĂŒr Runde 2 qualifizierte.

Und als wĂ€re ein solcher AuswĂ€rtssieg nicht schon genug gewesen, lieferten auch die mitgereisten Sharks-Fans noch ihren Beitrag zur Legendenbildung. In der 55. Minute flogen hunderte Cheeseburger aufs Eis – Ein Bild, das man in Edmonton vermutlich nicht so schnell vergessen wird. Ziemlich sicher war das kein Zufall, sondern ein kleiner Seitenhieb auf den berĂŒchtigten McDavid-Burger. Und sagen wir es so: Diese Geschichte soll wohl nicht nur unserem Journalisten zu Ohren gekommen sein.

Im Mittelpunkt dieser Saison stand aber vor allem ein Name: Macklin Celebrini. Oder vielleicht besser gesagt: das Kind der Stunde. 100 Punkte in 82 Spielen, dazu 38 Tore – eine Saison, die fĂŒr einen so jungen Spieler schon fast lĂ€cherlich stark wirkt. Dass er sich am Ende Calder Memorial Trophy, Hart Memorial Trophy und Art Ross Trophy sicherte, war nicht nur verdient, sondern beinahe alternativlos.
San Jose hat nicht einfach ein Top-Talent. San Jose hat einen Spieler, der schon jetzt Spiele, Serien und ganze Saisons prÀgt.

In Runde 2 war dann allerdings Schluss. Gegen den spĂ€teren Stanley-Cup-Sieger aus Vancouver verlor man die Serie mit 4:1. Bitter dabei: Ausgerechnet Celebrini verletzte sich in Spiel 2, womit den Sharks nicht nur ihr bester Scorer, sondern auch ihr wichtigster Unterschiedsspieler wegbrach. Vancouver war ohne Frage das stĂ€rkere und reifere Team – aber mit einem fitten Celebrini hĂ€tte diese Serie fĂŒr die Canucks definitiv unangenehmer werden können.

Der Blick nach vorne ist in San Jose trotzdem mehr als spannend. Mit Jake Oettinger hat man sich auf der Goalie-Position verstĂ€rkt, mit Ryan Pulock zusĂ€tzlich Erfahrung und StabilitĂ€t fĂŒr die Defensive geholt. Das sind keine Moves eines Teams, das einfach froh ist, mal wieder dabei gewesen zu sein. Das sind Moves eines Teams, das gemerkt hat, dass hier plötzlich deutlich mehr möglich ist.

Die Sharks haben den Cup nicht gewonnen. Aber sie haben in dieser Saison etwas geschafft, das fast genauso wertvoll sein kann: Sie haben aus Hoffnung echte Erwartungen gemacht. Und genau das ist fĂŒr den Rest der Liga keine besonders angenehme Nachricht.
San Jose ist wieder relevant – und wenn Macklin Celebrini so weitermacht, war diese Saison vielleicht erst der Anfang.

 

đŸ”„ Calgary Flames – spĂ€t geantwortet, knapp gescheitert

Die Calgary Flames verpassten die Playoffs nach der Regular Season mit 92 Punkten nur knapp. Viel fehlte nicht – und trotzdem reichte es am Ende nicht fĂŒr die Postseason.

Was von dieser Saison aber ebenfalls hĂ€ngen bleibt: Unsere Interview-Anfrage nach Ende der Regular Season blieb zunĂ€chst unbeantwortet. Erst einen Monat spĂ€ter erhielten wir doch noch eine RĂŒckmeldung. Deshalb liefern wir das GesprĂ€ch mit GM ChĂ€spi nun einfach verspĂ€tet nach – inklusive eines kurzen Fazits zu einer Saison, die in Calgary irgendwo zwischen positivem Überraschungseffekt und verpasster Chance einzuordnen ist.

Interview mit GM ChÀspi

SUN BLICK: „Sie verpassen die Playoffs am Ende nur knapp – ĂŒberwiegt bei Ihnen die EnttĂ€uschung oder auch ein gewisser Stolz, so nah dran gewesen zu sein?“
GM ChĂ€spi: „Ich war ĂŒberrascht, ĂŒberhaupt so weit ‘vorne’ mitzuspielen, daher bin ich auch nicht wirklich enttĂ€uscht. Aber eine Playoff-Teilnahme hĂ€tte ich natĂŒrlich auch dankend angenommen.“

SUN BLICK: „Was hat Ihrer Meinung nach konkret gefehlt, um die entscheidenden Punkte noch zu holen?“
GM ChĂ€spi: „Mein Team ist offensiv definitiv zu schwach. Zudem hatte ich bei der Trade-Deadline den Rebuild im Blick und nicht die kurzfristige Playoff-Qualifikation.“

SUN BLICK: „Wie sehen die PlĂ€ne in der Offseason aus, um nĂ€chste Saison den Schritt Richtung Playoffs zu machen?“
GM ChĂ€spi: „Den Rebuild weiter zu treiben und zu prĂŒfen, welche Optionen sich ergeben können. Sicherlich muss in der Offensive etwas Neues aufgebaut werden. Die Defense ebenfalls verstĂ€rken. Auf der TorhĂŒterposition sollten wir gut aufgestellt sein.“

Calgary war nĂ€her an den Playoffs dran, als man es sich intern offenbar selbst zugetraut hatte. Gleichzeitig macht ChĂ€spi aber auch klar, dass der Fokus bereits eher auf dem Rebuild als auf einem letzten Push Richtung Postseason lag. 92 Punkte sind ordentlich – aber eben auch der Beweis, dass diese Flames noch nicht fertig gebaut sind.

Knapp an den Playoffs vorbei, an der Deadline schon mit dem Rebuild beschĂ€ftigt und beim Interview erst mit deutlicher VerspĂ€tung am Start – in Calgary war man dieses Jahr vor allem eines: konsequent nicht ganz rechtzeitig.

 

🩆 Anaheim Ducks – 86 Punkte und am Ende genau gar nichts gewonnen

Die Anaheim Ducks haben die Saison genau dort beendet, wo in dieser Liga eigentlich niemand landen will: zu schlecht fĂŒr die Playoffs, aber zu gut fĂŒr einen wirklich spannenden Draftpick.
Mit 86 Punkten blieb man am Ende hĂ€ngen – und als Belohnung gibt’s nun den 13th Overall Pick. Also genau jene Draft-Region, in der man sich einredet, trotzdem noch einen Steal zu ziehen, obwohl man insgeheim lieber zehn PlĂ€tze weiter vorne gewesen wĂ€re.

Und genau das ist das Problem dieser Ducks-Saison: Sie war weder ein Erfolg noch ein richtiger Fehlschlag – sondern einfach Mittelmass. Nicht einmal Philipp Kurashev konnte diesem Team schlussendlich noch in die Playoffs helfen.

Dabei ist das Fundament in Anaheim gar nicht so schlecht. Mit John Gibson und Lukas Dostal verfĂŒgt man ĂŒber ein starkes Goalie-Tandem, mit Adrian Kempe und Troy Terry ĂŒber zwei erfahrene StĂŒtzen und mit Cutter Gauthier, Beckett Sennecke und Leo Carlsson ĂŒber drei Toptalente, die Hoffnung machen.

Die Frage ist nur: Reicht das ĂŒberhaupt?
Denn gute Einzelspieler machen noch lange kein gutes Team. Anaheim wirkt aktuell wie eine Franchise, die von allem ein bisschen hat – aber von nichts genug. Zu viel QualitĂ€t, um komplett einzubrechen. Zu wenig QualitĂ€t, um wirklich gefĂ€hrlich zu werden.

Vielleicht wĂ€re es deshalb langsam an der Zeit, nicht jeden Draftpick wie ein FamilienerbstĂŒck zu behandeln, sondern bewusst etwas davon abzugeben, um dem Kader mehr Breite zu verleihen. Denn wenn Anaheim einfach weiter auf Geduld und Entwicklung setzt, droht genau das, was diese Saison bereits war: wieder irgendwo zwischen Platz 9 und Platz 12 hĂ€ngen zu bleiben, ohne Playoffs und ohne echten Top-Pick.

Dass man intern durchaus ĂŒber VerstĂ€rkungen nachgedacht hat, zeigte sich vor der Trade Deadline. Damals beschĂ€ftigte man sich offenbar mit einem Trade fĂŒr Timothy Liljegren. Laut SUN BLICK-Journalist Paul Accola verlangte Toronto allerdings einen völlig ĂŒberzogenen Preis, weshalb sich Anaheim aus den GesprĂ€chen zurĂŒckzog. VerstĂ€ndlich – aber die Situation zeigt eben auch, dass man selbst weiss, dass diesem Kader noch etwas fehlt.

Die Ducks haben Talent, keine Frage. Aber sie haben aktuell vor allem ein Richtungsproblem.
86 Punkte, keine Playoffs und Pick 13 sind die Quittung fĂŒr eine Saison, in der man von allem etwas war, aber nichts richtig.

Anaheim muss sich jetzt entscheiden:
Weiter geduldig auf die Zukunft hoffen – oder endlich anfangen, den Kader so zu ergĂ€nzen, dass aus Talent auch tatsĂ€chlich einmal ein Playoff-Team wird.

 

🩅🛒 Der Blackhawks-Basar ist eröffnet 🛒🩅

Über die Chicago Blackhawks als Franchise braucht es an dieser Stelle eigentlich kein weiteres Fazit mehr. Die Saison hat gezeigt, wo dieses Team steht, welche Baustellen es noch gibt und in welche Richtung der Kader in den kommenden Monaten geschoben werden soll. Darum nutzen wir diese Plattform lieber noch einmal sinnvoll – nĂ€mlich um den Tradeblock in Chicago ein wenig anzukurbeln.

Denn klar ist: GM Lukas hört sich Angebote an. Nicht jeder Spieler ist automatisch zu haben, nicht jeder Name wird fĂŒr ein mittelmĂ€ssiges Paket vom Hof gejagt – aber wer in Chicago anruft, wird zumindest nicht direkt abgewimmelt. Und vielleicht findet sich ja irgendwo in der Liga ein GM, der genau das sucht, was die Blackhawks aktuell anbieten können.

Offense

  • Jason Zucker
    Frisch vom UFA-Markt geholt und trotzdem bereits ein Name, bei dem Chicago nicht komplett auf stur schaltet. 25 Tore, sofort verfĂŒgbare Offense und dazu kein langfristiges Risiko – genau diese Mischung macht Zucker fĂŒr viele Teams interessant.
    Mit 85 Scoring und 81 Passing bringt er genau die Art von offensiver UnterstĂŒtzung mit, die man sich als Contender fĂŒr die Top 6 oder als Playoff-Team fĂŒr mehr Secondary Scoring ins Haus holen kann. Kurz gesagt: Wer vorne noch Punch sucht, darf in Chicago gerne anklopfen.

Defense

  • Tyler Tucker
    Kein Name fĂŒr die grosse Gala, aber einer fĂŒr GMs, die ihre Hausaufgaben machen. 79 Defense Rating, unter 1 Million Caphit und damit genau die Sorte Spieler, die man sich gerne als gĂŒnstige, verlĂ€ssliche Tiefe in die Organisation holt.
    Tucker ist kein Verteidiger, der dir eine Serie im Alleingang gewinnt – aber eben auch keiner, der dich bei jedem zweiten Shift ins Verderben reisst. Ein klassischer 3./4.-Linien-Spieler, gĂŒnstig, brauchbar und fĂŒr gewisse Teams vermutlich deutlich interessanter, als es sein Name auf den ersten Blick vermuten lĂ€sst.
  • Ethan Del Mastro
    Hier wird es dann schon etwas spannender. Del Mastro ist in Chicago kein klassischer „Muss weg“-Kandidat, sondern vielmehr ein Spieler, bei dem man sich anhört, was der Markt hergibt. Jung, entwicklungsfĂ€hig und intern weiterhin mit sehr spannenden Aussichten versehen, gehört er zu jenen Namen, bei denen Chicago nicht einfach fĂŒr ein nettes Schulterzucken Ja sagen wird.
    Wer hier mitreden will, muss schon mit einem Angebot kommen, das wirklich Substanz hat. Denn die Hoffnung, dass Del Mastro einmal 1000+ NHL-Spiele in den Knochen haben könnte, ist in Chicago durchaus vorhanden – und genau deshalb wird man ihn sicher nicht fĂŒr einen lauwarmen Zweitrundenpick und einen ErsatzstĂŒrmer vom Hof jagen.

 

🩁Nashville Predators – Zwei Top-10-Picks und trotzdem mehr Fragen als Antworten

75 Punkte am Ende der Regular Season – und damit ziemlich sicher nicht das, was man sich in Nashville erhofft hatte. Nicht, weil man die Playoffs knapp verpasst hat, sondern weil man in dieser Saison eigentlich lieber noch schlechter gewesen wĂ€re. Weniger Punkte, besserer Pick, klarerer Rebuild – so hĂ€tte wohl der Wunschplan ausgesehen.

Stattdessen landeten die Predators genau in dieser unangenehmen Zone zwischen unten drin und doch nicht tief genug. Immerhin: Mit dem 9th Overall Pick 2026 hĂ€lt man weiterhin einen wertvollen Draftpick. Und weil St. Louis sogar noch schlechter war, kommt mit dem 8th Overall Pick 2026 gleich noch ein zweiter Top-10-Pick dazu. FĂŒr ein Rebuild-Team ist das natĂŒrlich eine luxuriöse Ausgangslage.

Genau deshalb wird der Sommer in Nashville spannend. Denn mit Shane Pinto, Andrei Svechnikov und Janis Moser stehen bereits einige interessante Namen im Kader. Das Problem ist nur: So richtig weiss man trotzdem noch nicht, wohin diese Franchise eigentlich will. Bleibt man geduldig, zieht an 8 und 9 einfach zwei starke Talente und setzt den Rebuild sauber fort? Oder nutzt man diese beiden Picks als Munition fĂŒr einen Trade nach vorne?

Und damit landet man automatisch bei der grossen Frage: Greifen die Predators McKenna an?

Zwei Top-10-Picks sind in dieser Liga kein Spielzeug, sondern Assets, mit denen man arbeiten kann. Nashville hĂ€tte also durchaus die Mittel, aggressiv zu werden und einen Vorstoss nach ganz vorne zu prĂŒfen. Gleichzeitig wĂ€re genau das natĂŒrlich ein gewaltiges Risiko, denn ein solcher Move kostet mehr als nur ein bisschen Mut – er kostet Substanz.

Damit ist die Ausgangslage in Nashville klar: Der Rebuild ist da, aber die Richtung noch nicht.
Mit Pick 8 und Pick 9 hat man nun die Chance, diesen Sommer eine klare Entscheidung zu treffen. Bleibt man geduldig und baut Schritt fĂŒr Schritt auf? Oder versucht man den grossen Wurf?

Fest steht: Zwei Top-10-Picks hat man nicht jedes Jahr. Und genau deshalb dĂŒrfte dieser Sommer in Nashville entscheidender werden als die 75 Punkte, die am Ende auf dem Papier standen.

 

St. Louis Blues – Vom Stanley-Cup-Finalisten zum großen FIHL-RĂ€tsel đŸŽșđŸ€Ż

74 Punkte am Ende der Regular Season.
FĂŒr sich genommen schon schwach genug – aber wenn man bedenkt, dass die St. Louis Blues noch letztes Jahr im Stanley-Cup-Final standen, dann wirkt dieser Absturz fast schon surreal. Aus einem Team, das vor nicht allzu langer Zeit noch vom Titel trĂ€umen durfte, wurde innerhalb einer Saison ein Kader, der sportlich komplett den Faden verloren hat. 📉

Und als wĂ€re dieser Absturz nicht schon bitter genug, schaut auch die Ausgangslage fĂŒr die Zukunft alles andere als rosig aus. Einen Top-Draft-Pick gibt es nĂ€mlich nicht – weil der eigene Pick bereits weggetradet wurde. Autsch. 😬
Übrig bleibt 2026 gerade einmal ein First-Round-Pick – jener von Edmonton an Position 24. Und danach? Wird’s richtig ungemĂŒtlich: Der nĂ€chste eigene Pick folgt erst wieder in Runde 4. FĂŒr ein Team, das gerade auseinanderfĂ€llt, ist das ungefĂ€hr so hilfreich wie ein Regenschirm bei einem Waldbrand. đŸ”„â˜‚ïž

Trotzdem wĂ€re es zu einfach, in St. Louis nur noch TrĂŒmmer zu sehen. Denn ganz ohne Hoffnung geht diese Franchise dann eben doch nicht in den Sommer. Mit Joel Hofer hat man zumindest bereits einen Goalie im Kader, mit dem man auch nĂ€chste Saison arbeiten kann. đŸ„…
Dazu kommt mit Robert Thomas ein StĂŒrmer, der weiterhin weiss, wo das Tor steht, und offensiv einer der wenigen Spieler ist, auf denen man in St. Louis noch halbwegs verlĂ€sslich aufbauen kann. 🎯

Damit wird klar: Die Blues stehen nicht einfach nur vor einem kleinen Umbruch. dieses Team in seiner aktuellen Form spielt leider keinen Blues.
Ob man nun von Rebuild, Reset oder völliger Neuordnung sprechen will, ist am Ende fast schon egal. Fakt ist: Diese Mannschaft hat ihre Richtung verloren, und aktuell wirkt es eher so, als wĂŒrde man in St. Louis mit verbundenen Augen auf die Landkarte schauen und hoffen, dass irgendwo zufĂ€llig ein Plan auftaucht. đŸ—șïžđŸ€·â€â™‚ïž

Und genau dieser Plan ist das große Mysterium rund um GM Chris. Was hat er vor? Wohin soll diese Franchise? Wer bleibt, wer geht, wer wird geopfert? Fragen ĂŒber Fragen – Antworten gab es dagegen kaum.
Selbst unsere SUN-BLICK-Journalistin Tamara Fuccinello biss sich daran die ZĂ€hne aus. Trotz massiver Flirtversuche, investigativem Charme und vermutlich mehr Einsatz als manche Blues-StĂŒrmer im Backcheck 😉, konnte auch sie GM Chris keinen klaren Fahrplan entlocken.

So bleibt bei den St. Louis Blues vorerst nur eines: ĂŒberraschen lassen.
Wobei â€žĂŒberraschen“ in diesem Fall auch bedeuten kann, dass morgen plötzlich der halbe Kader auf dem Transfermarkt steht und ĂŒbermorgen der Rest gleich mit. đŸ€đŸ’Ł

Eines ist jedenfalls sicher: Ruhig wird dieser Sommer in St. Louis nicht. đŸŽș👀

 

Seattle Kraken – Viel Geduld, viele Picks 
 aber wie lange noch? 🩑

73 Punkte am Ende der Regular Season, dazu der 7th Overall Pick 2026 – Seattle gehörte damit klar ins hintere Drittel der Liga. Von den Playoffs war man ein gutes StĂŒck entfernt, und genau deshalb stellt sich bei den Kraken langsam eine unangenehme Frage: Wohin soll diese Franchise eigentlich gehen? Denn die Ausgangslage ist auf den ersten Blick gar nicht so schlecht. Mit Matty Beniers und Jordan Eberle stehen zwei Topspieler im Kader, dazu kommen mit Shane Wright und Ryan Winterton zwei junge Spieler, auf denen man durchaus etwas aufbauen kann.

Dazu besitzt Seattle nicht nur den 7th Overall Pick, sondern auch zwei Zweitrundenpicks – und im Gegensatz zu manch anderem Team sogar noch alle eigenen Picks. Genau das macht die Lage aber auch heikel. Denn wenn ein Team ĂŒber eigenes Draftkapital, mehrere junge Spieler und durchaus brauchbare Bausteine verfĂŒgt, dann sind 73 Punkte irgendwann nicht mehr bloss ein Übergangsjahr, sondern ein klares Zeichen dafĂŒr, dass die Entwicklung zu langsam vorangeht. Seattle hat sich seine Zukunft nicht verbaut – aber genau deshalb steigen nun auch die Erwartungen an das Front Office, aus diesen Möglichkeiten endlich mehr zu machen.

Laut SUN-BLICK-Journalist Maxim Lappiere ist intern ohnehin nicht mehr alles so ruhig, wie man es nach aussen gerne verkaufen wĂŒrde. Vor allem Matty Beniers und Jordan Eberle sollen mit der sportlichen Entwicklung zunehmend unzufrieden sein und langsam Druck auf die FĂŒhrung ausĂŒben. Noch ist Seattle kein TrĂŒmmerhaufen, aber die Franchise muss sich im Sommer 2026 endlich festlegen, welchen Weg sie gehen will. Denn noch eine Saison ohne klaren Fortschritt könnte schnell dazu fĂŒhren, dass in Seattle nicht mehr nur ĂŒber Draftpicks gesprochen wird, sondern auch darĂŒber, welcher Star als NĂ€chstes ein anderes Trikot trĂ€gt. 🌊

 

Minnesota Wild – Rebuild ohne Scham, aber nicht ohne Risiko 🧊📉

68 Punkte am Ende der Regular Season – und in Minnesota dĂŒrfte darĂŒber niemand ernsthaft enttĂ€uscht gewesen sein. Im Gegenteil: Die Wild landeten ziemlich genau dort, wo man intern wohl auch landen wollte. Tief im Tabellenkeller, mit einem Top-Pick in Reichweite und ohne den Druck, eine Saison schönreden zu mĂŒssen, die sportlich ohnehin frĂŒh in eine klare Richtung lief. Dass am Ende der 6th Overall Pick heraussprang, passt ins Bild eines Teams, das die Gegenwart lĂ€ngst geopfert hat, um sich die Zukunft möglichst teuer zurĂŒckzukaufen.

Nur: Dieser Pick gehört inzwischen gar nicht mehr Minnesota. Der wurde bereits weitergereicht – und zwar nicht fĂŒr irgendein Paket, sondern fĂŒr Quinn Hughes und Jamie Oleksiak. Ein Trade, der in seiner Logik eigentlich ziemlich gut zeigt, wo Minnesota aktuell steht: Man sammelt nicht einfach nur geduldig Assets, man will den Rebuild aktiv formen. Statt den Pick selbst zu nutzen, holt man mit Hughes einen absoluten Eckpfeiler fĂŒr die Zukunft und mit Oleksiak gleich noch eine Portion HĂ€rte und StabilitĂ€t dazu. Das ist kein klassischer „wir warten jetzt mal drei Jahre“-Rebuild. Das ist eher ein Rebuild mit offener Motorhaube, bei dem permanent geschraubt wird. 🔧

Und genau deshalb bleibt Minnesota eines der spannenderen Teams im unteren Tabellendrittel. Denn obwohl der eigene First-Rounder weg ist, geht den Wild das Material nicht aus. Zehn weitere Picks in diesem Draft sprechen eine klare Sprache. Minnesota hat also trotz des Hughes-Deals noch immer genug Munition, um weiter zu investieren, zu schieben, zu sammeln oder wieder aggressiv zuzuschlagen. Wer in dieser Liga viele Picks besitzt, hat Optionen. Und wer Optionen hat, kann Fehler korrigieren, Löcher stopfen oder sich eben den nĂ€chsten Wunschspieler holen, bevor andere ĂŒberhaupt realisieren, dass er verfĂŒgbar ist.

Spannend bleibt auch der Blick auf das, was bereits im System steckt. Mit Porter Martone, den man in Utah offenbar nicht unbedingt wollte, hat Minnesota einen Namen im Prospect-Pool, der genau in dieses Bild passt: jung, interessant, mit Upside und gleichzeitig ein kleiner Fingerzeig in Richtung Konkurrenz. Solche Spieler sind Gold wert fĂŒr ein Team, das noch nicht fertig ist, aber schon daran arbeitet, irgendwann wieder unangenehm zu werden. Dazu kommen weitere junge Spieler im Kader, die Minnesota zumindest die Hoffnung geben, dass diese 68-Punkte-Saison nicht einfach nur verlorene Zeit war, sondern ein bewusst in Kauf genommener Zwischenschritt.

Trotzdem sollte man die Lage nicht romantisieren. Denn so charmant ein Rebuild auf dem Papier auch aussieht – am Ende muss aus all den Picks, Prospects und cleveren Moves irgendwann auch ein konkurrenzfĂ€higes Team werden. Quinn Hughes ist natĂŒrlich ein Statement, keine Frage. Aber ein einzelner Starverteidiger macht aus einem Kellerteam noch keinen Contender. Minnesota hat sich mit dem Trade QualitĂ€t gesichert, gleichzeitig aber eben auch die Chance abgegeben, mit dem 7th Overall selbst noch einmal ganz oben in den Talentpool zu greifen. Das kann sich auszahlen. Es kann aber eben auch jener Move sein, den man in zwei Jahren noch einmal sehr genau anschauen wird.

Stand jetzt wirkt Minnesota wie ein Team, das seinen Plan immerhin kennt – und das ist in dieser Liga ja schon mehr, als man ĂŒber manche Konkurrenz sagen kann. Der Weg ist klar: schlecht genug sein, um Assets zu sammeln, aber nicht passiv genug, um einfach nur auf bessere Zeiten zu warten. Stattdessen wird getradet, gesammelt, umgebaut und ausprobiert. Und genau deshalb bleibt Minnesota ein Fall, den man im Auge behalten muss. Nicht weil schon alles gut ist. Sondern weil dort im Hintergrund gerade ziemlich viel in Bewegung ist.

Noch ist Minnesota kein Team fĂŒr die obere TabellenhĂ€lfte. Aber es ist eines, das man beim Draft und auf dem Trade-Markt sehr genau beobachten sollte. Und wenn die Wild in diesem Sommer noch einmal nachlegen, wĂŒrde es niemanden ĂŒberraschen. Eher im Gegenteil: Es wĂŒrde perfekt zu diesem Rebuild passen. 👀

 

👑 Los Angeles Kings – Ganz unten angekommen, aber vielleicht genau dort, wo man hinwollte 👑

Mit 64 Punkten waren die Los Angeles Kings am Ende das schlechteste Team der Western Conference – und genau das dĂŒrfte GM Fido kaum schlaflose NĂ€chte bereitet haben. Im Gegenteil: In Los Angeles landete man ziemlich genau dort, wo man landen wollte. Eine Saison ohne graue Zone, ohne halbe Ambitionen, ohne unnötige Punkte im MĂ€rz. Wer auf einen klaren Rebuild gesetzt hatte, bekam in Kalifornien genau das serviert. 📉

Ganz perfekt lief der Absturz dann aber doch nicht. Bei der Draft Lottery verpasste man den ganz grossen Jackpot und damit den First-Overall-Pick 2026. Trotzdem bleibt die Ausgangslage hervorragend: Second Overall ist ein Luxusproblem, von dem viele andere Franchises nur trĂ€umen können. Und damit beginnt in Los Angeles nun die vielleicht spannendste Frage des Sommers: Geht man auf Stenberg? Auf McKenna? Oder doch auf Reid? Die Antwort darauf könnte die Richtung dieser Franchise fĂŒr Jahre prĂ€gen. 🎯

Denn genau hier wird es interessant. Die Kings haben ihre miserable Saison sportlich zwar sauber „durchgezogen“, aber nun steht die nĂ€chste Richtungsentscheidung an: War das bereits der Tiefpunkt – oder will GM Fido noch einmal bewusst unten bleiben? Der Kader ist aktuell jedenfalls kaum so gebaut, dass plötzlich ein Sprung nach vorne realistisch wĂ€re. Vor allem auf der wichtigsten Position ĂŒberhaupt klafft eine riesige Baustelle: Im Tor hat Los Angeles Stand jetzt schlicht keine echte Lösung. Und das ist keine kleine Schwachstelle, sondern eine offene Baustelle mit Warnschild. đŸššđŸ„…

Soll heissen: Wenn die Kings im kommenden Jahr tatsĂ€chlich wieder auf Entwicklung, Draftposition und langfristigen Aufbau setzen wollen, dann passt das Bild noch immer. Will man aber den ersten Schritt aus dem Keller machen, dann muss im Sommer zwingend etwas passieren – und zwar nicht nur kosmetisch, sondern ganz konkret im Tor. Denn ohne brauchbare Lösung zwischen den Pfosten wird aus dem nĂ€chsten Schritt schnell wieder nur die nĂ€chste Saison am Tabellenende. 😬

Los Angeles steht damit an einem spannenden Punkt: Der Absturz ist vollzogen, der hohe Pick gesichert, die Richtung aber noch nicht endgĂŒltig entschieden. Der Draft wird wichtig. Die Goalie-Frage vielleicht noch wichtiger. Und genau daran wird man messen können, ob die Kings 2026/27 langsam wieder aufrichten wollen – oder ob in L.A. noch ein weiteres Jahr kontrollierter Schmerz eingeplant ist. 👀

Fazit:

Der Westen hat in dieser Saison alles geliefert, was die FIHL so unterhaltsam, chaotisch und faszinierend macht: einen verdienten Champion, gescheiterte Favoriten, mutige Rebuilds, offene Baustellen und genĂŒgend Stoff fĂŒr Diskussionen bis weit in die Offseason hinein. Einige Franchises haben ihre Antworten gefunden, andere stehen erst ganz am Anfang der nĂ€chsten grossen Frage. Eines ist sicher: Auch im Westen wird es in den kommenden Monaten nicht ruhiger werden. Und wenn die nĂ€chsten Deals, Dramen und Fehlentscheidungen folgen, sind wir natĂŒrlich wieder zur Stelle. 

đŸ”„ THE FIHL SUN BLICK đŸ”„
Wir berichten, wenn andere schweigen.

Lukas - 22.06.2026 09:06